Polizeilaufbahn

Polizist im mittleren Dienst

Egal ob Diebstahl oder eine Schlägerei, bei der Polizei sind das zwei von vielen Aufgaben, die nahezu täglich von Polizeibeamten bewältigt werden müssen. Als Polizist im mittleren Dienst sorgen Sie für Sicherheit und Ordnung in der Bevölkerung, wobei vor allem verantwortungsbewusst und teambezogen gearbeitet werden muss. Entschließen Sie sich zur Polizei zur gehen, so stehen viele Entwicklungsmöglichkeiten und Spezialisierungen offen.

Voraussetzungen mittlerer Dienst bei der Polizei

Damit die Aufnahme bei der Polizei klappt, müssen ein paar Voraussetzungen zwingend erfüllt sein. Wer diese Anforderungen nicht erfüllen kann, der bekommt nicht einmal die Möglichkeit beim Auswahlverfahren teilzunehmen:
  • deutsche Staatsbürgerschaft (Ausnahmen möglich)
  • Ausbildung: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit einer Berufsausbildung
  • vorgeschriebene Altersgrenze (diese ist in den Bundesländern verschieden)
  • vorgeschriebene Mindestgröße (zwischen 160 cm und 165 cm je nach Bundesland)
Neben diesen formalen Voraussetzungen werden von zukünftigen Polizisten auch noch charakterliche Eigenschaften gefordert wie:
  • persönliche Reife
  • Kommunikationsstärke
  • sicheres Auftreten und Durchsetzungsfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein

Ausbildung

Duale Ausbildung bei der Polizei

Empfohlener Abschluss

Mittlere Reife/Realschulabschluss

Ausbildungsdauer

2,5 Jahre

Gehalt

zwischen 1.200€ und 4.500€

Bewerbungsschreiben für den mittleren Polizeidienst

Der Traumberuf Polizist beginnt mit der Bewerbung. Im Prinzip gelten hier die gleichen Regeln wie für jede andere Bewerbung auch. Schreiben Sie eine ordentliche und fehlerfrei Bewerbung. Im Motivationsschreiben sollen Sie versuchen, sich in die Perspektive der Personalverantwortlichen der Polizei hineinzuversetzen. Diese möchten aus Ihrer Bewerbung erfahren welche Persönlichkeit Sie mitbringen und warum ausgerechnet Sie für den Polizeidienst geeignet sind. 

Versuchen Sie diese Fragen in Ihrer Bewerbung zu beantworten:

  • Was genau interessiert mich am Polizeiberuf?
  • Welche Fähigkeiten bringe ich mit, die für den Polizeidienst wichtig sein könnten?

Wenn die Bewerbung geschrieben ist, so senden Sie diese zusammen mit den weiteren erforderlichen Unterlagen an die zuständige Polizeibehörde des jeweiligen Bundeslandes. Das geht online, die Polizei hat dafür extra online Bewerbungsportale, wo auch alle erforderlichen Unterlagen angeführt sind, oder Sie schicken die Bewerbung per Post. 

Ist bei der Bewerbung alles in Ordnung, so wird man zum Auswahlverfahren der jeweiligen Polizei eingeladen. Das Eignungs- Auswahlverfahren gliedert sich in mehrere Bereich, wobei in jedem Bereich eine Mindestpunkteanzahl erreicht werden muss. Mehr zum Polizeieinstellungstest.

Ausbildung mittlerer Dienst bei der Polizei

Glückwunsch, Sie haben das Auswahlverfahren geschafft. Nun geht es an die Ausbildung zum Polizeimeister, während Ihrer Ausbildung tragen Sie den Grad eines Polizeimeisteranwärters.

Dauer der Ausbildung zum Polizisten

Je nach Bundesland dauert die Ausbildung zwischen 2 und 2,5 Jahre und wird als duale Ausbildung abgehalten, was bedeutet neben einer umfangreichen theoretischen Ausbildung, haben Sie auch immer wieder Praxis zwischendurch.

Die Theoriefächer, welche man im ersten Jahr auf der Polizeiakademie absolviert sind folgende:

  • Sicherheits- und Ordnungslehre
  • Eingriffsrecht und Einsatzlehre
  • Strafrecht und Kriminalistik
  • Verkehrsrecht
  • Berufskunde und Beamtenrecht
  • Deutsch und Englisch
  • Politik und Geschichte
  • Sport

Im zweiten Ausbildungsjahr wird die Ausbildung zunehmend praxisnaher. Hier wird der Schwerpunkt der Ausbildung auf das Einsatztraining und den Zwangsmitteleinsatz, wie gelegt. Neben der praktischen Ausbildung absolviert man auch verschieden Praktika in den verschiedenen Bereichen:

  • Bereitschaftspolizei
  • Luftsicherheit
  • Grenzpolizei

Überblick über den Ausbildungsverlauf

Der exakte Ablauf kann aber in den jeweiligen Bundesländern variieren. 

  • 11 Monate Theorieunterricht
  • Zwischenprüfung
  • 1 Monat Praktikum
  • 7 Monate Theorieunterricht
  • schriftliche Prüfung
  • 3 Monate Berufspraktikum
  • 2 Monate Theorieunterricht
  • mündliche Abschlussprüfung

Gehalt im mittlern Polizeidienst

Das Gehalt von Polizeibeamten wird in Besoldungsgruppen festgelegt. Das Gehalt eines Beamten kann also nicht individuell vereinbart werden, wie das bei privaten Unternehmen der Fall ist. Ein Polizist im mittleren Vollzugsdienst unterliegt den Besoldungsgruppen zwischen A7 und A9. Allerdings gibt es noch ein paar weitere wichtige Faktoren, die sich auf die Höhe das Gehaltes auswirken, wie das Alter, Dienstgrad und der Familienstand. Auch muss zwischen der Besoldung der einzelnen Länder sowie jener des Bundes unterschieden werden. 

Gehalt während der Ausbildung

Befindet man sich noch in der Ausbildung spricht man noch nicht von einem Gehalt, sondern von Anwärterbezügen. Diese sind aber dem Gehalt gleichzusetzen. Dieser Betrag setzt sich aus dem Grundbetrag, sowie aus Zuschlägen, wie Familienzuschlag zusammen. 

1. Ausbildungsjahr

ca. 1.100 bis 1.250€ brutto

2. Ausbildungsjahr

ca. 1.100 bis 1.350€ brutto

3. Ausbildungsjahr

ca. 1.300 bis 1.400€ brutto

Befindet man sich noch in der Ausbildung spricht man noch nicht von einem Gehalt, sondern von Anwärterbezügen. Diese sind aber dem Gehalt gleichzusetzen. Dieser Betrag setzt sich aus dem Grundbetrag, sowie aus Zuschlägen, wie Familienzuschlag zusammen. 

Ist die Ausbildung erst einmal abgeschlossen, so wird man zum Polizeimeister ernannt. Als Polizeimeister verdient man natürlich auch deutlich mehr. 

Gehalt im regulären Polizeidienst

Besoldungsgruppe A7

Polizeimeister​
2/5

ca. 2.500 bis 3.200€ brutto

Besoldungsgruppe A8

Polizeiobermeister​
3/5

ca. 2.600 bis 3.500€ brutto

Besoldungsgruppe A9

Polizeihauptmeister​
4/5

ca. 2.800 bis 3.800€ brutto

Zu diesem Basisgehalt kommen auch noch Zulagen für Überstunden und Nacht- und Sonntagsdienste. Das Gehalt wird zwar ganz normal versteuert, allerdings werden keine Abgaben für Arbeitslosen-, Kranken-, und Rentenversicherung einbehalten. In Summe kommt man auf ein gutes bis sehr gutes netto Gehalt im Polizeidienst. 

Aufgaben und Verwendung als Polizist im mittleren Vollzugsdienst

Nach abgeschlossener Grundausbildung wird man in der Regel zur Bereitschaftspolizei versetzt, um dort die nötige Praxis zu sammeln. Dort bekommt man einen erfahrenen Beamten an die Seite gestellt und man begleitet diesen bei seinen Tätigkeiten. Neben dem Wach-und Streifendienst, helfen Sie natürlich in Not – und Gefahrensituationen, bei der Verbrechensaufklärung und Bekämpfung, sowie auch bei Großveranstaltungen. Aber auch die Regelung des Straßenverkehrs, sowie Verkehrskontrollen zählen zu Ihren Aufgaben. Neben der aktiven Tätigkeit gibt es auch den Revierdienst, wo man für das Schreiben von Protokollen und Berichten, das Aufnehmen von Aussagen zuständig ist. Die Einsatzgebiete sind sehr vielfältig im mittleren Vollzugsdienst, es würde den Rahmen sprengen hier alle Einsatzgebiete aufzuzählen. 

Wenn man bei der Bundespolizei seinen Dienst versieht, so kommen noch weitere grenzüberschreitende Aufgaben hinzu: 

  • Grenzschutz
  • Luftsicherheit
  • Bahnpolizei

Dienstgrade mittlerer Vollzugsdienst bei der Polizei

Nach der stufenweisen Abschaffung des einfachen Dienstes in den 60iger Jahren, gibt es heutzutage nur mehr den mittleren und gehobenen Dienst. Der mittlere Vollzugsdienst der Polizei wird in 4 Dienstgrade gegliedert.

Polizeimeisteranwärter (PMAnw)

So werden Polizisten bezeichnet die sich noch in der Ausbildungsphase befinden. Hat man den Einstellungstest positiv absolviert und man bekommt die Zusage zur Polizei, so wird man mit dem Dienstgrad Polizeimeisteranwärter eingestellt. Mit Ausnahme von Bayern, wo man bereits nach der ersten erfolgreich absolvierten Ausbildungsstufe zum Polizeioberwachtmeister befördert wird, behält man diese Bezeichnung bis zum Ausbildungsende bei. Polizeimeisteranwärter ist noch keine offizielle Amtsbezeichnung.

Polizeimeister (PM)

Nach erfolgreichem Abschluss des Vorbereitungsdienstes wird man zum Polizeimeister befördert. Wenn Sie sich für den mittleren Polizeidienst entscheiden, ist der Dienstgrad Polizeimeister die Einstiegsposition. 

Typische Aufgaben für Polizeimeister sind der Dienst in der Bereitschaftspolizei oder bei geschlossenen Einheiten sowie auch als Sachbearbeiter. Mit dem Dienstgrad Polizeimeister sind Sie auch befugt als Ermittlungsperson für die Staatsanwaltschaft tätig zu werden und Maßnahmen zur Verbrechensaufklärung durchzuführen.

Polizeiobermeister (POM)

Sie haben nun mit ein paar Dienstjahren ausreichend Erfahrung gesammelt und gezeigt, dass man Ihnen höhere Aufgaben übertragen kann, dann steht der Beförderung zum Polizeiobermeister nichts mehr im Wege. 

Mit diesem Dienstgrad wird man häufig als Gruppenführer eingesetzt.

Polizeihauptmeister (PHM)

Mit der Beförderung zum Polizeihauptmeister übernehmen Sie bereits verantwortungsvolle Aufgaben. Der Polizeihauptmeister ist der höchste Dienstgrad im mittleren Polizeidienst. Möchten Sie noch weiter in der Karriereleiter hinaufsteigen, so müssen Sie in die Laufbahn des gehobenen Dienstes wechseln. Der nächst höhere Dienstgrad wäre dann der Polizeikommissar. 

Man wird als Einsatzleiter bei kleinen bis mittleren Aufgaben eingesetzt auch kann man die Verantwortung für eine Einsatzgruppe übertragen. Beim Streifendienst übernimmt man die Führung. 

Quellen: